Ausstellung Ursula Commandeur und David Rauer
MÖGLICHKEITEN
Ausstellungseröffnung:
Samstag, 26.09.2026 um 17 Uhr
Ausstellungsdauer:
26.09. – 18.10.2026
Öffnungszeiten:
Mi 15 – 18 Uhr
Sa 15 – 18 Uhr
So 14 – 17 Uhr
Veranstaltungen während der Ausstellung:
Schichtwechsel: 09.10.2026, 18 – 21 Uhr
Künstlercafé auf Unser Fritz: 17.10.2026, 14.30 – 16.30 Uhr
WEITERE INFORMATIONEN
David Rauer
Eine Vergegenwärtgung des Absurden und der Verweis auf die absolute Notwendigkeit von anarchischen Bezügen sind Haupthemen in der Kunst David Rauers. Skulptur, Installaton und Performance sind seine Wirkungsbereiche, die zumeist miteinander verschmolzen zum großen Happening werden. Spektakulär und ofmals humorvoll geraten skurril anmutende, organische bunte Keramikskulpturen in Kontakt mit fantasievollen, selbstgebauten Architekturen, die durch eingebaute Videoarbeiten oder Live-Performances vervollständigt werden. Bemerkenswert ist auch die Materialvielfalt in seinen Installatonen, die von Fundstücken und Alltagsgegenständen bis zu Baumaterialien reicht. Der ausgebildete Keramiker und Meisterschüler von Ayşe Erkmen, Kunstakademie Münster, schaf aber auch bemerkenswerte Einzelobjekte, die elegant fgürlich, experimentell, aber auch rotzig gearbeitet sind. Die Keramiken haben eine anziehend sinnliche Wirkung, können aber auch als provokatv bis abstoßend erlebt werden. Der Prozess des Ausprobierens und Experimenterens, aber auch des Scheiterns ist ein wichtger Aspekt in der Entstehung und Schöpfung seines Werkes und wird auch durchaus sichtbar. Grundlegend ofenbart Rauer ein überwältgendes Angebot der Lust und des Erlebens in seiner und durch seine Kunst.
Christoph Kohl / Leitung Märkisches Museum Witten
Ursula Commandeur
Dem weißen Gold, wie das Porzellan auch bewundernd genannt wird, haftet seit jeher etwas Geheimnisvolles an. Seit es aus dem fernen China auf abenteuerlichen Wegen nach Europa gelangte, suchten Handwerker, Künstler und Alchemisten hinter das Geheimnis zu schauen, die Zusammensetzung des feinen Werkstoffes zu entschlüsseln; allen voran Johann Friedrich Böttger am Hofe August des Starken zu Dresden.
Diese außerordentliche Wertschätzung galt und gilt besonders dem feinen, zarten, hellelfenbeinfarbenen Biskuit-Porzellan. Es hat eine einzigartige Anmutung, die mit der lichten Oberfläche, seiner grazilen Wirkung als Volumen und einer filigranen Erscheinung auch bei kräftigen Formen anschaulich wird.
In dieser werthaltigen Tradition steht die Keramikerin Ursula Commandeur mit ihren eigentümlichen Kunstobjekten. Die Künstlerin zeigt neue Arbeiten, die noch anschaulicher in die Spannung zwischen Zartheit und Härte eingeformt sind. Sie gestaltet einzigartige Gebilde voller Anmut und Charakter.
Ihre Kunstwerke sind so anmutig, dass sie zum Streicheln einladen. Sie rufen Empathie wach, wirken so zart und weich und warm, sind aber fest und kalt und zeigen auch harte, fast industriell anmutende Formen. Die feinen Drähte wirken oft wie Fühler, manchmal scheinen sie sogar langsam wie in Trance zu schweben.
Dann wieder klar und rein steht die Form vor Augen, nüchtern und sachlich. Ursula Commandeurs Kunstobjekte wirken gerade in ihrer Schlichtheit und Überschaubarkeit poetisch. Trichter, Kegelformen und runde Aussparungen sind additiv zu größeren Einheiten verbunden. Das Individuum der einzelnen Form konkurriert mit der seriellen Wiederholung.
Was kann man aus einem Klumpen alles formen? Die Künstlerin ist eine Schöpferin: Fast biblisch in der immer wieder grundlegend beginnenden Arbeit im aufbauenden Gestalten. Weiche Materialien betonen Bewegung und Veränderbarkeit. Porzellan ist zunächst weich, nach dem Brennen aber hart, behält aber die Anmutung der Biegsamkeit.
Es liegt ein eigener Reiz darin, dass das Kunstwerk zum Berühren, zum Anfassen lockt, aber dieses verweigert wird. Der Tastsinn wird bei Ursula Commandeurs Objekten zusätzlich angeregt durch ihre feinfühlige und behutsame Ausarbeitung.
Aktuelle freie Kunst mit dem Material Porzellan stellt für die Künstlerin, die auch mit der anwendungsorientierten Ausarbeitung vertraut ist, eine Freisetzung ihrer Phantasie und ihrer Fabulierkunst voller Ideen heraus.
Ursula Commandeurs Kunstobjekte zeugen von einer Freude und von einer im positiven Sinne Besessenheit, die sich der Anschauung mitteilen. Ihre direkte Wirkung entschlüsselt aber nicht vollständig das Geheimnisvolle, so bleiben ihre permanenten Anregungen und ihre zarte Verzauberung in Bewegung.
Michael Kade
Impressionen der Ausstellung
Fotos: Rebecca Schüer















