Ilsuk Lee
The Line

The Line



Förderpreis der „Künstlerzeche Unser Fritz“
Junge Positionen NRW

2013 David Rauer
2014 Jaana Caspary
2015 Justyna Janetzek
2016 Viktoria Strecker
2017 Angelika Rauf
2018 Frederike de Graft
2019 Ilsuk Lee

Ausstellungsdauer: 12.10.2019 - 03.11.2018
Eröffnung: Samstag, 12.10.2019 um 17 Uhr
Begrüßung: Jens Blome - Vorsitzender des Vereins
Grußwort der Kunstakademie: Rektor Maik Löbbert
Eröffnung: Dr. Ferdinand Ullrich
Kuratorin: Danuta Karsten

Öffnungszeiten:
Mittwochs und Samstags 15:00 - 18:00 Uhr
Sonntags 14:00 - 17:00 Uhr



Ilsuk Lee sucht die Wahrheit – eine künstlerische Wahrheit – hinter den Dingen und Erscheinungen der wahrnehmbaren Wirklichkeit, den archimedischen Punkt und eine Einheit, die sich hinter der Vielfalt der Phänomene verbirgt und alles zusammenhält in der diesseitigen Welt. In seiner Heimat Seoul in Südkorea hatte sich der junge Künstler zunächst der empirischen Realität mit Fotografien und Porträts genähert, bevor er, im Zuge seines Studiums an der Kunstakademie Münster, seine Aufmerksamkeit auf die Sphären hinter den sichtbaren Gegenständen zu richten begann und ein bildhauerisches Werk entwickelt hat, das zwischen beiden Sphären vermittelt. Sein bisheriges Œuvre bekundet sich in einer äußersten formalen Perfektion, es lebt von der Reinheit und Makellosigkeit von Objekten, Skulpturen und Installationen wie auch von fotografischen Tableaus, die Lee zum Ideal gedanklicher Klarheit erhebt. Dem entspricht eine weitgehende Reduktion seiner Farbwahl auf Schwarz und Weiß.

Tatsächlich kreisen Ilsuk Lees künstlerische Arbeiten um ein philosophisches Gedankengut, das in die griechische Antike zurückreicht, deren fundamentale Orientierung im Reich des Denkens zu aktualisieren sucht und die prinzipiellen Unterschiede zwischen den Sphären von reinen Ideen und ihrer Entäußerung in der irdischen Realität sichtbar macht. So visualisiert Lee archetypische Formen und Chiffren wie auch kulturhistorisch kodierte oder geometrische Grundmuster wie Kugel, Kreuz, Kreis und Ring, Pyramide und Raster, zugleich verhandelt er immer wieder die Beziehungen von Licht und Schatten oder von Augenblick und Dauer, von Sein und Schein. Ziel ist stets die Verbindung von Gegensätzen, die Suche nach einem möglichen Ursprung der Dinge, in dem die Paradoxien des menschlichen Denkens aufgehoben sind und wo es, wie der Künstler ausführt, „Information ohne Bedeutung“ gibt, „Länge ohne Breite“, einen „minimalen zeitlichen Abstand im Raum“. In der präzisen Ausformulierung seiner Setzungen erinnern seine bisherigen Werke in mancher Hinsicht an frühere Künstler wie etwa Walter de Maria oder James Lee Byars.

Für seine Ausstellung im Rahmen des Kunstpreises „Junge Positionen NRW der Zeche Unser Fritz“ entwickelt Ilsuk Lee zwei lichte, leichte und doch raumgreifende Installationen, in denen er wiederum die materielle Gestalt der Dinge mit ihrer schwerelosen Erscheinung im Raum zur Anschauung bringt.