HerbstZeitlos

Fotografien von Winni Labus
Dauer: 16.11. - 08.12.2013
Eröffnung: Samstag, 16. November 2013 um 17 Uhr
Begrüßung: Jens Blome - Vorsitzender des Fördervereins-
Einführung: Dr. Falko Herlemann
Organisation: Winni Labus

Öffnungszeiten:
Mittwochs und Samstags 15:00 - 18:00 Uhr
Sonntags 14:00 - 17:00 Uhr

www.derwesten.de am 14.11.2013

Fotostrecke...


Winni Labus fotografiert Landschaften, und er fotografiert Land, auf dem Menschen schaffen. Nach seiner preisgekrönten Grabelandserie zeigen seine großformatigen Fotografien in der November-Ausstellung der Künstlerzeche "Unser Fritz" nun e i n e n Garten. Der Herner hat ihn irgendwo in der Nähe Groningens in den Nordniederlanden entdeckt. Er zeigt diesen Garten so, als stehe jeder Besucher der Ausstellung mitten darin. Es ist keiner dieser Gärten, der in jenen Magazinen zu bestaunen ist, die lustvoll das Landleben in Schöner-Wohnen-Manier regelrecht zu Ikonen überhöhen. Dennoch sind die Motive aus seinem Garten schön.
Winni Labus sucht und findet das vermeintlich Unspektakuläre. Er lichtet es aber so ab, dass der Betrachter seiner Bilder überrascht ausrufen möchte: so habe er das ja noch nie gesehen.
Was aber soll an verdorrten Disteln, an schlaffen Mangoldstangen, schrumpeligen Stauden und Blättern oder Gräsern im Herbst Sehenswertes sein? Nun, der Herner zeigt uns das Verblühende, Verwelkende, Vergehende in der Natur, und er öffnet uns die Augen dafür mit Hilfe des faszinierenden Farbspiels der Natur. Winni Labus inszeniert diese Fotografien nicht. Er braucht dazu allein diffuses Licht. Dann bleiben ihm oft nur zehn, zwanzig Minuten für seine Aufnahmen.
Auch wenn der Fotograf in die Weite, in die Ferne blickt, bleibt er dieser Arbeitsweise treu. Einige Klassiker der Landschaftsfotografie sind neben seiner Gartenausstellung in der Künstlerzeche zu sehen. Sie belegen ebenso Labus` sicheres Gespür für das exakte Timing und seinen Blick für das entscheidende Detail, seien es die balzende Ente im Wassergraben; die Pferde, die auf himmelblau schimmernder Schneedecke in der Koppel stehen; oder die Windräder, die massive Gewitterwolken jeden Augenblick zu erdrücken scheinen - schlicht schön und vielleicht gerade deshalb eben doch spektakulär.

Norbert Jänecke