Neues aus Berlin
Punkt und Linie - Elementare Malerei
Javis Lauva und Paula Schmidt

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Ausstellung:07. bis 28. September
Eröffnung: Samstag, 07. September 2013 um 17 Uhr
Begrüßung: Jens Blome, Vorsitzender des Fördervereins
Einführung: Sibylle Tamin - Autorin Berlin

Die Welt erscheint in den Bildern von Paula Schmidt und Javis Lauva als Struktur, als strukturales Netzwerk. Es gibt kein Zentrum hier, von dem alles seinen Ausgang nimmt, das Bild ist Rahmen ohne Abgrenzung.
Strukturen knüpfen sich fort, dehnen sich, wachsen aus dem Bild, wachsen über das Bild hinaus, in neue Räume, alles miteinander verbindend auch dort, wachsen zum gigantischen Körper, ein universeller Körper ohne Anfang und Ende, eine Bewegung ins Endlose: verbinden, lösen, werden und vergehen, ein ewiger Kreislauf.

Javis Lauva

Javis Lauva beschäftigt sich seit Jahren mit einfachen, grundlegenden Strukturen in der Malerei. Auf der Leinwand, auf Papier setzt er sie in Beziehung zueinander, baut Spannungen auf und ab, bringt die Dinge aus der Ordnung und wieder ins Gleichgewicht. Schafft Kräfte und Gegenkräfte. Er tut das solange, bis das Bild eine bestimmte Verdichtung erreicht - und es seine eigene Ordnung gefunden hat. Mein Thema sind die kleinen Teile, die sich zu großen Teilen verbinden, sagt der Künstler.

Es geht dabei um Anordnung, um Rhythmus, um Farbbeziehung und Farbangleichung, um essentielle Malerei. Und letztlich geht es um Ordnung, besser um Neuordnung in Rythmus, Position und Farbbeziehung.

In diesem Sinne sind die Bilder von Javis Lauva Analogien zu Ordnungsprozessen in der Natur. Viele seiner letzten Arbeiten tragen den Titel Schwarm als Hinweis auf diese Ordnungsprozesse.

Paula Schmidt

In den Arbeiten der letzten Jahre widmet sich Paula Schmidt rein der Linie, setzt sie einfach ein, gegen Farbflächen, in Verflechtungen hin zu komplexen Bindungen. Wir sehen keine beliebigen Ornamente, sondern Elemente des ewigen Werdens und Vergehens. Die Linien kommen aus dem Nichts und verlieren sich in der Unendlichkeit. Was scheinbar abstrakt als gemaltes Bild vor unsere Augen tritt, erscheint in den Überlagerungen und Verflechtungen ganz konkret als Bauplan von Zellen eines Organismus. In entschiedener Deutlichkeit und mit kräftigem Strich fließen die vegetativen Lebenslinien ineinander, gleiten durch den Raum und verändern sich unmerklich durch wechselnde Konstellationen.

Alles Lebendige befindet sich in einem fortwährenden Prozess der Verwandlung von Stoff und Form: „Alles fließt und nichts bleibt. Es gibt nur ein ewiges Werden und Wandeln“ (Platon). Alles ist in Bewegung. Alles ist in Beziehung miteinander. Es geht ihr um die Gleichzeitigkeit der Ereignisse. „Es ist alles miteinander verwoben, sagt Paula Schmidt. „Sichtbares und Unsichtbares, Hörbares und Unhörbares, Gefühle, Zukunft und Vergangenheit.“. „Und zwischen all diesen Informationen gibt es einen Austausch, ein auf und ab.“

Javis Lauva: 1947 in Gelsenkirchen geboren. Lebt und arbeitet in Berlin. Von 1971 - 1979 Studium der Pädagogik, Soziologie und Psychologie. Von 1979 - 1984 Studium der Philosophie, Kunstgeschichte und Ethnologie. Seit 1977 Arbeit als Maler. 1981 erste Einzelausstellung in der Galerie auf Zeit, Berlin. 1993 Arbeitsstipendium des Berliner Senats. 1994 Arbeitsaufenthalt Künstlerhaus Schloß Plüschow, Mecklenburg. Studien- und Arbeitsaufenthalte in Spanien, Italien, USA, Indien, Nepal. Ausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen in Berlin, Hamburg, Amsterdam, Paris, Athen, Kopenhagen, London.
Arbeiten in öffentlichen Sammlungen: Neuer Berliner Kunstverein (NBK), Berlinische Galerie, Senator für Kulturelle Angelegenheiten, Berlin, Künstlerförderung, Berlin, Kupferstichkabinett, Berlin-Dahlem, Kupferstichkabinett, Dresden, Kunstbibliothek, Berlin, Gutenberg-Museum, Mainz, Herzog-August-Bibliothek, Wolfenbüttel, Kestner-Gesellschaft, Hannover, Artothek, Moskau

Paula Schmidt: 1954 in Offenbach geboren. Lebt und arbeitet in Berlin. Von 1974 - 1981 Studium UdK, 1985 Arbeitsstipendium Berlin, 1988/89 Stipendium Barkenhoff, Worpswede, 1993 Atelier in Pollenca/Mallorca, 1994 Atelier auf Schloß Plüschow/Mecklenburg-Vorpommern, 1995 Geburt des Sohnes Caspar, 1999 Atelierförderung Weimar, 2003 Gründung der Kindermalschule Kunstraum-Kleinmachnow.
Arbeiten in öffentlichen Sammlungen: Berlinische Galerie, Neuer Berliner Kunstverein Berlin, Artothek Moskau, Sammlung der Künstlerförderung Berlin
Preise und Auszeichnungen im Bereich Signet-, Plakat- und Buchgestaltung