Nachruf





Winni Labus ist verstorben

Der Herner Fotograf Winfried „Winni“ Labus starb am letzten Februar-Wochenende nach kurzer schwerer Krankheit im Alter von 69 Jahren. Seit 1972 hatte er sein Atelier in der Künstlerzeche Unser Fritz 2/3. Für den Förderverein war er über Jahrzehnte ein gewissenhafter Schatzmeister, der sich immer über die zukünftige Finanzierung der Künstlerzeche Sorgen machte. In den letzten Jahren hat er schon seinen Umzug in seine neue Wahlheimat Ostfriesland vorbereitet.
Winni Labus hat für die Industrie und für die Werbung fotografiert. Er war aber auch Fotograf für die WAZ, wo er bei den Presseterminen durch manch lockeren Spruch es schaffte, seinen „Opfern“ die ersten Ängste vor der Kamera zu nehmen.
Seine freie Fotografie war geprägt durch genaue Beobachtungen von ganz alltäglichen Dingen. 1987 hat er in einem Bildband die Cranger Kirmes dokumentiert. Ihn haben immer vor allem die unspektakulären Bilder des Alltags interessiert. Ganze Fotoreihen hat er Türklopfern, alten Türen oder Heuballen gewidmet. Es war die Schönheit in diesen uns allen vertrauten Dingen, die er aufzuspüren und festzuhalten suchte.

Winni Labus war an den großen Fotoausstellungen wie „Hauptstadt Herne“ 2002 und „Mondsüchtig“ 2004 beteiligt. In seiner Einzelausstellung „Grabeland“, 2007 in der VHS-Galerie“, hielt er die zusammengezimmerte Architektur von wilden Schrebergärten fest. Seine Ausstellung „HerbstZeitlos“ 2013 in der Künstlerzeche Unser Fritz zeigte herbstliche Gärten und Landschaften. Zu seinen Fotografien hat er selbst einmal gesagt: „Mich interessieren Bilder, an denen viele Menschen einfach vorbeigehen.“ Der Herner Kunstszene und der Künstlerszene wird dieser aufmerksame Blick für den Alltag fehlen.

Von Falko Herlemann - WAZ Herne - Wanne-Eickel


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